
Rauhnachtswanderung
durch die magische Wolfzahnau

Wenn das Jahr sich neigt und die Nächte stiller werden, öffnet sich ein geheimnisvoller Raum zwischen den Zeiten – die Rauhnächte.
In dieser besonderen Schwellenzeit lädt eine Wanderung durch die winterliche Wolfzahnau dazu ein, den uralten Zauber dieser Nächte zu erspüren.
Wir folgen den Spuren alter Mythen und hören Geschichten von Frau Holle und Frau Percht, jenen machtvollen Hüterinnen des Übergangs, die das Alte wandeln und das Neue segnen.
Auf unserem Weg nähern wir uns dem Schoßdreieck der Göttin und erfahren Wissenswertes über diesen wichtigen und kraftvollen Ort für das alte Augsburg, das man vorrömisch Cisaris nach der Stadtgöttin Cisa nannte.
Gemeinsam erinnern wir uns an alte Bräuche, die einst in den Rauhnächten gefeiert wurden und lassen uns von segnenden Räucherkräutern einhüllen.
Mit kleinen Ritualen ehren wir die Dunkelheit und das Licht, lauschen und öffnen uns für das, was in der Stille wachsen will.
So webt sich Altes Wissen in neue Erfahrung – ein Abend zwischen Erde und Himmel, Mythos und Gegenwart, zum Fühlen, Lauschen und Eintauchen in das Geheimnis dieser besonderen Zeit.
Ich bitte um Verständnis, dass dieses Angebot nur für Frauen angeboten wird.

Termine
Termine wieder Dez. 26 oder Jan. 27
jeweils 14 – ca. 16.30 Uhr
Ort: Wolfzahnau Augsburg
genauer Treff wird bei Anmeldung bekannt gegeben
Bitte wetterfeste / sehr warme Kleidung mitbringen.
Absage bei Sturm, Gewitter, Glatteis oder Starkregen.
Energieausgleich: 35 Euro
Anmeldung
Teilnahmebedingungen
Zum weiterlesen:
Rauhnächte in Augsburg – Bedeutung, Brauchtum und weibliche Urkräfte
Die Rauhnächte gehören zu den ältesten überlieferten Ritualzeiten Europas. In den Nächten zwischen Wintersonnenwende und dem 6. Januar öffnet sich nach altem Volksglauben ein besonderer Zeitraum – eine Zeit außerhalb der Zeit. Auch in Augsburg und im süddeutschen Raum sind die Rauhnächte tief im Brauchtum verwurzelt und bis heute lebendig. Für viele Frauen sind sie eine Einladung zur Rückschau, zur inneren Klärung und zur bewussten Ausrichtung auf das neue Jahr.
Was sind die Rauhnächte?
Die Rauhnächte sind die „Tage zwischen den Jahren“ – eine besondere Schwellenzeit zwischen dem alten und dem neuen Jahr. Sie beginnen nach der Wintersonnenwende, wenn in der längsten Nacht des Jahres das Licht neu geboren wird, und enden am 6. Januar, dem großen Perchtentag. In dieser Zeit ruht die Zeit, bevor das neue Jahr an Fahrt aufnimmt.
Ursprünglich entstanden die Rauhnächte aus dem Übergang vom Mondjahr zum Sonnenjahr. Zwölf Mondmonate umfassen nur 354 Tage, dem Sonnenjahr mit 365 Tagen fehlen also elf Tage beziehungsweise zwölf Nächte. Diese „überschüssige“ Zeit galt als zeitlos. Die Menschen des alten Volkes, dass in ihr die gewohnten Gesetze der Welt aufgehoben sind und die Grenzen zwischen Diesseits und Anderswelt durchlässig werden.
Die Rauhnächte als Mutternächte und Wochenbett der Göttin
Mit der Wintersonnenwende wandelt sich das Licht. In der tiefsten Nacht wird die neue Sonne geboren, die am Morgen dem Schoß der Mutter Erde entsteigt. In vorchristlicher Zeit wurde nicht ein männliches Lichtkind gefeiert, sondern die weibliche Lebenskraft selbst – die Fähigkeit der Mütter, Leben hervorzubringen.
Zwischen der Mutternacht am 24. Dezember und der Percht- oder Hollenacht vom 5. auf den 6. Januar liegen die geweihten Nächte, die Rauhnächte. In der europäischen Mythologie wurden sie auch Mutternächte genannt. Sie galten als das Wochenbett der kosmischen Mutter, in dem das neu geborene Sonnenlicht und das kommende Jahr behütet und genährt werden.
Das neue Jahr liegt in dieser Zeit wie ein Winzling im Schoß der Göttin. Wachstum geschieht noch nicht sichtbar, sondern im Verborgenen. Genau diese Qualität macht die Rauhnächte bis heute zu einer Zeit der Innenschau, der Reinigung und der bewussten Ausrichtung. Träume, Zeichen und Rituale spielten dabei seit jeher eine zentrale Rolle.
Frau Holle und Frau Percht – Göttinnen der Rauhnächte
Die Zwölften, die Mütternächte sind eng mit der großen kosmischen Mutter verbunden, der Göttin, die am Anbeginn allen Seins steht. Sie ist die Quelle der Fruchtbarkeit von Pflanzen, Tieren und Menschen. Sie ist Spenderin von Leben und Tod, Trägerin der universellen Lebenskraft.
Sie begegnet uns als Kali in Indien, als Isis in Ägypten, als Pachamama in Südamerika, als Freya im Norden, als Diana im ursprünglichen Mittelmeerraum, als Baba Jaga im slawischen Raum, als Hera – und hier bei uns als Frau Holle, Frau Herke, Frau Gode und Frau Percht.
Sie verkörpern weibliche Urkräfte, die Ordnung, Wandlung und den Kreislauf des Lebens hüten.
Frau Holle steht für Rhythmus, Maß und Ordnung. Sie wacht über Haus und Hof, über das Spinnen und Weben – Tätigkeiten, die einst als heilig galten. In den Rauhnächten stand das Spinnrad still, denn man glaubte, dass sich in dieser Zeit die Fäden des alten Jahres lösen, damit neue gewoben werden können.
Frau Percht ist die alte Göttin aus dem Alpenland. Als Hüterin der Schwelle vereint sie Licht und Dunkelheit, Tod und Wiedergeburt. Sie erscheint sowohl als lichtvolle Schönpercht wie auch als wilde Schiachpercht. In den Rauhnächten führt sie die Wilde Jagd, ein mythisches Bild für die Winterstürme und den Zug der Seelen.
Auch Augsburg hatte einst eine solche Göttin. Man nannte sie Cisa und der Ort, der später Augsburg wurde, trug in vorchristlicher Zeit ihren Namen: Cisaris. Cisa war eine Göttin der Natur und der Fruchtbarkeit. Sie galt als Hüterin der Frauen, besonders der Schwangeren, und als Segensbringerin für Korn, Felder und Ernte. Man stellte sie sich als nährende Mutter vor, als Ernährerin allen Lebens. Mehr zu ihr kann man bei meinem Augsburger Stadtspaziergang „Auf den Spuren der Göttin“ erfahren.
Rauhnachtsbrauchtum – Reinigung, Ordnung und Schutz
Das Brauchtum der Rauhnächte hatte vor allem eines zum Ziel: Ordnung zu schaffen – im Haus, im Leben und im Inneren. Ordnung bedeutete dabei nicht Strenge, sondern das Wiederherstellen des natürlichen Gleichgewichts. Häuser, Stuben und Ställe wurden gründlich gereinigt und geschmückt.
Bestimmte Tätigkeiten waren in den Rauhnächten tabu: Spinnen, Weben, Dreschen oder alles, was kreisende Bewegung erforderte. Denn in dieser Zeit wirkte die kosmische Schicksalsweberin selbst, und der Mensch sollte nicht in dieses große Geschehen eingreifen.
Räuchern während der Rauhnächte
Traditionell gehört das Räuchern zu den Rauhnächten. Die Menschen wussten noch, dass alte Energien, Sorgen und Belastungen so verabschiedet werden konnten, um das neue Jahr befreit zu beginnen.
Räucherkräuter – Reinigend und schützend:
- Salbei, Fichtenharz, Beifuß, Engelwurz, Mistel, Holunder, Bartflechte, Rosmarin, Wacholder
Orakelpflanzen, um durch den Rauch in die Zukunft zu schauen
- Alraune, Beifuß, Bilsenkraut, Lorbeer, Mistel, Schafgarbe
Lärmbrauchtum – Trance statt Vertreibung
Ein zentrales Element des Rauhnachtsbrauchtums war das Lärmbrauchtum, das bis heute oft missverstanden wird. Entgegen späterer Deutungen ging es ursprünglich nicht darum, „böse Geister“ oder den Winter zu vertreiben. Das wäre ein modernes, dualistisches Denken.
Der Lärm der Perchten – erzeugt durch große Glocken, Schellen und Rollen – war rhythmisch, gleichförmig, tief und durchdringend. Dieser Klang hatte eine klare Funktion: Er versetzte Menschen und Gemeinschaft in einen tranceartigen Zustand. In dieser Trance öffnete sich die Wahrnehmung, Grenzen lösten sich, und das Empfangen auf allen Ebenen des Seins wurde möglich.
Perchtenumzüge mit Masken, Fellen und Tiergestalten wie Bär, Hirsch oder Ziegenbock gehörten zu diesem Brauchtum. Die Gestalten waren nicht dämonisch, sondern heilig. Sie brachten Glück und Segen in die Häuser, wenn sie erschienen.
Auch im Raum Augsburg gibt es jedes Jahr einen Perchtenlauf in Diedorf.
Viele spannende Infos zum Perchtenbrauchtum gibt es bei der Wildmohnfrau.
Gute Gaben – Geben und Nehmen im Gleichgewicht
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Rauhnächte waren die guten Gaben. Die Menschen wussten, dass man von der Göttin nicht nur nehmen durfte, sondern auch geben musste. Speisengaben dienten dazu, die Verbindung zu Frau Holle und Frau Percht aufrechtzuerhalten.
Dargebracht wurden unter anderem:
- Mehl, Eier, Milch (Perchtenmilli) und Brei
- Brot, Stollen, Striezel und Lebkuchen
- Bier, Milch und andere einfache Gaben
Wer sich Fruchtbarkeit oder ein Kind wünschte, legte Süßes oder Zucker auf die Fensterbank, um die Seelchen anzulocken.
Der Perchtentag am 6. Januar – Abschluss der Rauhnächte
Der Höhepunkt der Rauhnächte ist der 6. Januar, der große Perchtentag. Ursprünglich wurde dieser Tag als Epiphanie – als Erscheinung der Göttin – gefeiert. Erst später wurde er christlich überformt.
In dieser Nacht zeigte sich die Göttin in ihrer dreifachen Gestalt: als junge, nährende und weise Alte.
Die 3-fache Göttin, die aus der Jungsteinzeit kommt, lebt weiter in vielerlei Gestalt:
- Drei Matronen – mitteleuropäisch
- Drei Bethen – mitteleuropäisch – vorkeltisch
- Drei Nornen – nordeuropäisch – vorgermanisch
- Drei Moiren – griechisch
- Drei Parzen – römisch
- Drei heilige Madln – katholisch
Es war ein Fest der Wandlung, des Segens und der Vorausschau. Feuerorakel, Wünsche und Zeichen spielten dabei eine wichtige Rolle.
Rauhnächte heute – gelebte Spiritualität für Frauen
Heute entdecken viele Frauen in Augsburg und darüber hinaus die Rauhnächte neu. Sie nutzen diese Zeit für Räucherungen, Rituale, Naturgänge, innere Klärung und bewusste Ausrichtung. Das alte Brauchtum schenkt Halt, Tiefe und einen Gegenpol zur Hektik des Alltags.
Die Rauhnächte erinnern daran, dass Dunkelheit kein Mangel ist, sondern ein fruchtbarer Raum. Eine Zeit, in der das Wesentliche leise wächst.
Rauhnächte: Bedeutung & Brauchtum – häufige Fragen
Was sind die Rauhnächte?
Die Rauhnächte wurden als Mutternächte verstanden – als Wochenbett der großen kosmischen Göttin, in dem das neue Jahr behütet heranwächst. Sie gelten als Schwellenzeit zwischen dem alten und dem neuen Jahr, in der Rückschau, Reinigung und innere Ausrichtung im Mittelpunkt stehen.
Wann finden die Rauhnächte statt?
Traditionell beginnen die Rauhnächte in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember und enden mit der Percht- oder Hollenacht vom 5. auf den 6. Januar, dem großen Perchtentag.
Welche Rolle spielen Frau Holle und Frau Percht?
Frau Holle steht für Ordnung, Rhythmus und das Lösen alter Fäden. Frau Percht ist die Göttin der Schwelle, die Licht und Dunkelheit, Tod und Wiedergeburt vereint und die Rauhnächte als Wandlungszeit begleitet.
Welche Kräuter werden in den Rauhnächten geräuchert?
Das Räuchern dient der Reinigung von Haus, Stall und Seele. Alte Energien werden verabschiedet, Schutz aufgebaut und Raum für das neue Jahr geschaffen.
Räucherkräuter – Reinigend und schützend:
Salbei, Fichtenharz, Beifuß, Engelwurz, Mistel, Holunder, Bartflechte, Rosmarin, Wacholder
Was bedeutet das Lärmbrauchtum mit den Perchten?
Das Lärmbrauchtum sollte ursprünglich nicht vertreiben, sondern in Trance führen. Der rhythmische Klang von Glocken und Schellen öffnete Wahrnehmung und Bewusstsein und galt als segensbringend.
Was sind „gute Gaben“ in den Rauhnächten?
Gute Gaben sind Speisen wie Brot, Brei, Milch oder Süßes, die Frau Holle und Frau Percht dargebracht wurden. Sie stehen für das Gleichgewicht von Geben und Nehmen und für Fruchtbarkeit und Segen.